Ausgangspunkt und Vorgehen unserer Initiative

In der Landwirtschaft hat es in den letzten zwei Jahrhunderten gewaltige Veränderungen gegeben. Aus einer bäuerlichen, in lokale Naturkreisläufe eingebetteten Landwirtschaft ist eine in weiten Bereichen industrialisierte Landwirtschaft entwickelt worden. Das hat weitreichende Folgen, unsere Lebensgrundlagen werden zunehmend zerstört, so wird zum Beispiel wird durch den zunehmenden Einsatz von Chemikalien das Grundwasser belastet, die biologische Vielfalt geht weltweit dramatisch zurück und Humus, die fruchtbare Bodenschicht als entscheidende Ressource des gesamten Lebens auf diesem Planeten, geht verloren. Im Ergebnis befinden sich weite Teile der Produktionskette und Rechte an den entscheidenden Ressourcen in der Hand immer weniger und immer größerer Industrieund Finanzkonzerne. Ausgeräumte Landschaften und entvölkerte ländliche Regionen mangels Arbeitsplätzen und fehlenden Entwicklungsperspektiven sind weitere Folgen.

Unsere Lebensressourcen werden der Logik eines Wirtschafts- und Finanzsystems unterworfen und zunehmend zerstört, es geht um immer höhere Renditen: Das ganze System entfernt sich immer weiter von seinen natürlichen Ursprüngen und einer den Menschen dienenden Wirtschaft. Es gefährdet die Versorgung mit gesunden Lebensmitteln und hat unabsehbare Folgen für die kommenden Generationen. Schon jetzt spürbar sind die überdurchschnittlichen Preissteigerungen für Lebensmittel in den letzten Jahren. Wir wollen hier vor Ort und in der Region initiativ werden und eine Alternative auf den Weg bringen. Und so haben wir in Karlsruhe eine neue solidarische Landwirtschaft „gegründet. Mit der Initiative eng verbunden wird auch die Gründung einer Bodenstiftung vorbereitet. Die Initiative mit Namen Lebensfelder will eine lebensfördernde Bewirtschaftung unserer Felder verbinden mit einer neuen humanen Form des Miteinander-Wirtschaftens: Gesunde Lebensmittel sollen zu fairen Bedingungen produziert werden. Die Initiatoren wollen eine Vollversorgung ermöglichen, also neben sehr hochwertigem Gemüse und Obst in entsprechender Qualität auch Getreide und Milch- und Fleischprodukte sowie Backwaren. Durch unsere Form des Wirtschaftes wollen wir eine Alternative aufbauen einer am Gemeinwohl orientierten Wirtschaftsweise.

Assoziativ wirtschaften muss man tun

Die heutige Dominanz des Wirtschaftslebens mit der Globalisierung der Waren-, Dienstleistungs- und Finanzmärkte sowie der Deregulierung der bisherigen staatlichen Rechtsordnungen, kombiniert mit der finanziellen Beherrschung von Wissenschaft und Lehre, macht die Frage nach dem Sinn unseres Wirtschaftens immer brennender. Einige meinen, das Ziel des Wirtschaftens sei dieGewinnmaximierung. Die meisten Menschen wollen aber im Grunde genommen eine Wirtschaft, die die Entwicklung der Menschen zu immer einsichtsvolleren und sozialeren, zu mündigen Erdenbürgern fördert.
Assoziative Wirtschaft ist ein solcher Ansatz einer solidarischen, fairen, kooperativen Ökonomie, die von den Menschen gewollt werden muss. Sie ist kein Konzept, kein Programm und schon gar keine Strategie, die einfach umgesetzt werden kann, sondern assoziative Wirtschaft entsteht aus denkonkreten Verabredungen der an der Wirtschaft beteiligten 3 wesentlichen Partner, den Produzenten, dem Handel und den Konsumenten. Die Entscheidungen werden nicht erst getroffen mit dem Kauf, sondern vorher: Produzenten und Konsumenten legen in direkter Abstimmung fest was, wie zu welchen Bedingungen und Kosten gemacht wird. Aus eigener Einsichten wollen wir öko- und sozialverträgliche Produkte und Dienstleistungen

Um ein wirtschaftlich-soziales Zusammenleben der Menschen in Zukunft zu ermöglichen, muss dieses neue Grundprinzip, das das Konkurrenzdenken überwindet, erkannt und umgesetzt werden: eine offene, sachliche und verantwortungsvolle Zusammenarbeit aller Wirtschaftsglieder auf ein vernünftiges Gesamtziel hin. Deshalb nennen wir es: assoziative Wirtschaftsordnung, in der sich die Menschen nicht gegenseitig übervorteilen, sondern gemeinsam und zielgerichtet Zusammenarbeiten.